Pfeifenraucher-FAQ |
Die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Pfeiferauchenvon Marcus Jacob(Quelle: http://www.daft.de/faq/)Erstveröffentlichung in de.alt.fan.tabak am 17.07.1999
0. VorwortAlles bleibt in Bewegung ... und so kommt hier die mittlerweile dritte Auflage des Pfeifenraucher-FAQ. Wie auch beim letzten Mal gibt es vor allem kleinere Änderungen und Ergänzungen. Die in diesem Dokument angesprochenen Themen richten sich natürlich
vorrangig an den Anfänger, aber auch der fortgeschrittene Pfeifenfreund
wird hier sicher noch die eine oder andere Anregung finden. Die
aufgenommenen Fragen sind eine Art Spiegel dessen, was so in der letzten
Zeit in de.alt.fan.tabak zur Diskussion stand. Auch die Antworten stammen
oft daher. Zusätzlich habe ich, neben sonstigen Quellen aus dem Internet
(http://www.pipes.org/), das hervorragende
alt.smokers.pipes FAQ von Mark Lathem
als Quelle benutzt, dem Autor sei hier nochmals Dank gesagt. Ein Wort zum Schluß, ein gutes FAQ lebt von seinen Lesern, ich möchte daher alle ausdrücklich darum bitten, ihre Meinungen, Anträge, Vorschläge und sonstiges weiterzugeben, entweder direkt an mich oder an de.alt.fan.tabak. Viel Spaß beim Lesen und Rauchen Marcus Jacob Hinweis: Dieses FAQ unterliegt dem Copyright und ist mein alleiniges geistiges Eigentum. Es darf für private, nicht-kommerzielle Zwecke ohne weitere Genehmigung ganz oder in Auszügen genutzt werden, solange es inhaltlich nicht verändert wird und ein Hinweis bzw. Link auf das Originaldokument auf www.daft.de erfolgt. Die kommerzielle Nutzung bedarf der ausdrücklichen Einwilligung des Autors. 1. Für den Anfänger1.1 Kleine Pfeifen-AnatomieBevor es losgeht, erst mal ein kleiner Blick ins Innere einer Pfeife, damit auch alle wissen, wie die einzelnen Teile richtig heißen ...
Die hierfür geopferte Pfeife ist eine "Royal Ascot Supreme 759". Da es
ein filterloses Modell ist, habe ich die prinzipielle Lage der
Filterbohrung mal mit eingezeichnet. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man an einer neuen Pfeife probeweise ziehen. Keine oder geringe Strömungsgeräusche deuten auf gute und sorgfältige Verarbeitung hin. Eine Pfeife, die wirklich "pfeift", wird oft durch stärkere Kondensatbildung auffallen, da sie den Rauchstrom erheblich verwirbelt. Alles klar? Dann geht's jetzt los! 1.2 Die richtige PfeifeDie Auswahl der richtigen Pfeife ist für den Anfänger manchmal recht
schwierig und entscheidet doch wesentlich über den erzielbaren
Genuß. Was sollte man nun für den Anfang investieren? Nur wenn man sich überhaupt nicht sicher ist, ob man wirklich ernsthaft rauchen will, sollte man sich bei seinem Tabakhändler nach den preiswerteren Pfeifen im Bereich zwischen 15 und 25 € umschauen. Die Qualität ist hier weitaus geringer als bei einer Markenpfeife und gerade so noch ausreichend, um einen ersten Eindruck vom Pfeiferauchen zu gewinnen. Und wenn es einem doch nicht schmeckt, ist der finanzielle Verlust gering. Wer sich dagegen schon sicher ist, daß er das Pfeiferauchen mag, sollte etwa ab 25 - 40 € aufwärts investieren. Hier findet man doch schon die einfacheren Modelle von namhaften Herstellern und kann sich einer gewissen Qualität sicher sein. Da man eine Pfeife nach jedem Rauchen stets mindestens einen Tag ruhen lassen sollte, ist es auch ratsam, gleich mehrere Pfeifen zu erwerben. Die Form ist im wesentlichen Geschmackssache, nur sollte die Pfeife für den Anfang nicht zu groß und nicht zu klein sein. Gut eignen sich leicht gebogene Pfeifen, sie sind leichter im Mund zu halten als die geraden, und sie sind leichter zu reinigen als die stark gebogenen. Die Wandstärke der Pfeife sollte nicht zu gering bemessen sein, etwa 5 mm sind das Minimum. Und ob es nun eine glatte oder eine rauhe, sandgestrahlte Pfeife ist, macht für den Anfang kaum einen Unterschied, außer im Preis. (Eine womöglich noch bunt lackierte Pfeife sollte man lieber im Laden lassen, der Lack unterbindet jede Atmung des Holzes.) Am wichtigsten ist, die Pfeife muß in erster Linie gefallen! Das Pfeiferauchen macht erst richtig Spaß, wenn man sich an der Form, den Farben und dem Gefühl in der Hand erfreut! 1.3 Der richtige TabakEs gibt so viele verschiedene Tabake, daß eine Empfehlung für einen
ganz bestimmten gar nicht möglich wäre. Auch hier gilt, der eigene
Geschmack zählt! Was dem einen schmeckt, wird dem anderen kalte Schauer
verursachen. Wenn man nun Pfeife und Tabak kauft, sollte man die sonst noch benötigten Requisiten nicht vergessen, Pfeifenreiniger, ein einfaches Pfeifenbesteck, ein paar Filter sowie Streichhölzer. 1.4 Das StopfenDiese Prozedur vor dem Rauchen sollte nicht leichthin vernachlässigt werden, entscheidet sie doch wesentlich über den späteren Genuß! Das Prinzip hört sich einfach an, der Tabak muß von unten nach oben fester werdend gestopft werden. In der Praxis ist das nicht immer so einfach, hier heißt es Üben und Experimentieren, zumal sich hier jeder Tabak anders verhält. Die einfachste Methode geht in drei Schritten vor sich. Zuerst füllt man die Pfeife bis oben lose mit Tabak und preßt diesen dann etwa auf die Hälfte zusammen. Dann wieder losen Tabak bis oben nachfüllen und zusammenpressen, diesmal etwa auf 3/4. Zum Schluß die Pfeife wieder auffüllen, diesmal mit einem kleinen "Berg", und nochmals zusammenpressen. Es sollte nun zwischen Tabakoberfläche und Pfeifenrand noch ein wenig Platz sein, da der Tabak beim Anzünden aufquillt und einem sonst auf die Hose fällt. Ob die ganze Prozedur geklappt hat, bekommt man heraus, wenn man an der Pfeife zieht. Geht es zu leicht oder zu schwer, muß man die Pfeife wohl noch einmal ausräumen und von vorn anfangen. Der richtige Zug sollte etwa so sein, wie beim Trinken mit Strohhalm ... 1.5 Das AnzündenHat man nun also die Strapazen des richtigen Stopfens hinter sich gebracht und zu Testzwecken die verschiedensten Getränke durch verschiedene Strohhalme konsumiert, geht es jetzt richtig los. Beim Anzünden muß man dafür sorgen, daß die gesamte Oberfläche des Tabaks gleichmäßig glimmt. Ob man dafür nun Streichholz oder Feuerzeug benutzt, muß jeder selbst entscheiden, stilecht und von den Puristen bevorzugt ist auf jeden Fall das gute alte Streichholz oder gar ein Fidibus. Mit der Flamme streicht man gleichmäßig über den Tabak, während man gleichzeitig an der Pfeife zieht. Dabei muß man versuchen, möglichst die gesamte Oberfläche in Brand zu setzen. Meistens gelingt das nicht mit dem ersten Streichholz, also den aufgequollenen und schon leicht angekohlten Tabak wieder mit dem Pfeifenstopfer einebnen und mit den nächsten Streichholz anzünden. Auf jeden Fall sollte man beim Anzünden darauf achten, den Rand der Pfeife nicht allzu sehr mit anzukohlen, es sieht einfach nicht schön aus. 1.6 Das EinrauchenSo wie man früher sein Auto einfahren sollte, muß man auch seine
Bruyere-Pfeife einrauchen, mit viel Geduld und Vorsicht. Viele Pfeifen haben heute bereits eine Beschichtung, die das Einrauchen überflüssig machen oder zumindest erleichtern soll. Ob diese Beschichtungen nun sinnvoll sind oder nicht, wird jeder Pfeifenraucher anders beantworten. Hier kann man einfach selber Erfahrungen sammeln, indem man beide Varianten ausprobiert, allerdings sind unbeschichtete Pfeifen in unteren Preislagen selten zu bekommen. Manchmal wird man den Rat hören, unbeschichtete Pfeifen zum Einrauchen mit Honig oder ähnlichem zu behandeln, hiervon sollte man besser die Finger lassen. Oftmals bekommt die Kohleschicht dadurch keinen richtigen Halt und fällt spätestens beim ersten Zurückschneiden wieder ab. Als Einrauch-Tabak sollte man einen normal geschnittenen Tabak seiner Wahl verwenden, Flake- oder Curly-Tabake sind im Abbrand nicht ganz einfach zu kontrollieren und führen gerade bei Anfängern schnell zu lokalen Hitzenestern. Bei der gewählten Geschmacksrichtung sollte man auf extrem gesoßte und aromatisierte Tabake verzichten, da diese Aromen oft lange Zeit in der Pfeife verbleiben. Generell kann man feststellen, daß Englische oder Naturbelassene Tabake eine gleichmäßigere und härtere Kohleschicht aufbauen als aromatisierte Vertreter. Während des Einrauchens müssen die drei wichtigsten Regeln des Pfeiferauchens unbedingt eingehalten werden.
Wie man die Pfeife zum Einrauchen befüllt, ist ein altes Streitthema
der Experten. Die einen empfehlen, von Anfang an immer komplette Füllungen
zu rauchen. Andere meinen, man sollte die Füllungen schrittweise steigern,
zum Beispiel anfangs nur halb füllen und nach fünfmal Rauchen auf ganze
Füllungen umsteigen, wodurch sich am Pfeifenboden eine bessere
Kohleschicht aufbauen soll. Für das Einrauchen wäre es zwar, theoretisch gesehen, optimal, jede
Füllung auch bis zum Boden durchzurauchen (der schon erwähnten
Kohleschicht wegen), aber meistens wird das nicht gelingen, entweder weil
die Pfeife vorher ausgeht oder weil die Pfeife im letzten Viertel nicht
mehr schmeckt. Man sollte hier lieber seine Zunge schonen und die Pfeife
beiseite legen, als mit Märtyrertum auch noch den letzten Krümel
aufzurauchen. 1.7 Das ReinigenZuerst sollte man natürlich die Asche und die unverbrannten Reste des Tabaks ausleeren, dabei mit dem Pfeifenbesteck nachhelfen. Für den Aufbau einer guten Kohleschicht ist es nützlich, die Asche zunächst mit dem Räumdorn gründlich aufzulockern und umzurühren, die Pfeife dann mit dem Daumen oder einem Tuch zuzuhalten und zu schütteln. Damit verteilt man die feinen Aschepartikel schön über die gesamte Innenwand und nebenbei nimmt die trockene, hygroskopische Asche auch noch eine ganze Menge Feuchtigkeit auf. Pfeifen bitte NIE an harten Gegenständen ausklopfen, damit ruiniert man sich das beste Stück! Lieber an der Handfläche ausklopfen oder einen Aschenbecher mit Korkeinsatz kaufen. Ein eingeklebter Sektkorken tut es natürlich auch. Direkt nach dem Rauchen ist es sinnvoll, einen Pfeifenreiniger durch das Mundstück einzuführen und so die Kondensate gleich zu entfernen. Mit dem weiteren Reinigen der Pfeife sollte man sich immer solange gedulden, bis sie etwas abgekühlt ist. Dann mit Pfeifenreinigern gründlich den Rauchkanal von Mundstück und Holm säubern. Oft hört man den Rat, einen Pfeifenreiniger längere Zeit im Zugloch zu belassen, um so Feuchtigkeit aufzunehmen. Tatsache ist aber, daß dadurch die Belüftung der Pfeife behindert wird und so das Austrocknen länger dauert. Wer mit Filter raucht, wird stets das Mundstück abnehmen müssen, denn der Filter sollte jedesmal gewechselt werden. Danach sollte die Pfeife mindestens einen Tag ruhen, um austrocknen zu können. Von Zeit zu Zeit muß man Großreinemachen, dazu muß man dann das Mundstück mit drehender Bewegung abnehmen. Dabei darauf achten, das Mundstück immer nur in Uhrzeiger-Richtung zu drehen, nie hin und her! Dann werden alle inneren Teile gründlich mit Pfeifenreinigern und vielleicht auch speziellen Reinigungsflüssigkeiten (Wodka oder Whisky geht auch) bearbeiten, dabei nicht die Zapfenbohrung im Holm der Pfeife vergessen! Achtung, viele Pfeifen sind mit alkohollöslichen Farben gebeizt, also keine Reiniger an die Außenseiten kommen lassen, sonst gibt es unschöne Flecken. Auch die Ebonit-Mundstücke mögen Alkohol nicht so sehr, außen zumindest. Ist die Oberfläche des Mundstücks unansehnlich geworden, kann man hier mit speziellen Polierpasten nachhelfen, diese gibt es im gutsortierten Fachhandel. Nach dieser Behandlung sieht das Mundstück aus wie neu. Das Aufpolieren an einer rotierenden Polierscheibe verlangt viel Gefühl und sollte besser dem Fachmann überlassen werden! Und nochmal, immer die Pfeife auskühlen lassen, bevor man das Mundstück abnimmt! Sonst riskiert man lockere Mundstückzapfen oder gar gerissende Holme. 1.8 Meine Pfeife gurgelt!Dieses schöne Geräusch wird von der sich am Boden und im Holm ansammelnden Feuchtigkeit verursacht. Und übermäßige Feuchtigkeit ist der Feind Deiner Pfeife und des Geschmacks! Die Ursachen können sein:
Als erste Hilfe kann man während des Rauchens einen Pfeifenreiniger
durch den Rauchkanal des Mundstücks einführen und damit die angesammelte
Feuchtigkeit aufsaugen. Aber nie das Mundstück während des Rauchens
abnehmen! Wenn man nicht gerade in guter Gesellschaft ist, kann man auch einfach das Kondensat ausschütteln. Dazu die Pfeife mit der Handfläche zuhalten und die Flüssigkeit durch das Mundstück herausschleudern. (Erinnert an das Herunterschütteln eines Fieberthermometers) Dabei bitte darauf achten, wohin man zielt ... 1.9 Meine Pfeife geht ständig aus!Nun, das kann auch dem erfahrenen Raucher gelegentlich passieren. Muß man jedoch seine Pfeife jedesmal 10mal anzünden, sollte man folgendes überprüfen.
1.10 ZungenbrandAn dieser Erfahrung kommt leider kein Pfeifenraucher vorbei, egal ob Anfänger
oder alter Hase. Meist entsteht die schmerzhafte Reizung der Zunge durch zu heißes
Rauchen oder zu feuchten Tabak. Durch den dabei entstehenden Wasserdampf wird
die Zunge regelrecht gedünstet. Andere Ursachen können bestimmte Inhaltsstoffe
in Tabaken sein, gerade stark aromatisierte Mischungen sind immer wieder der
Auslöser, auch wenn auf jeder Packung das Prädikat "mild" oder "zungenfreundlich" steht. 2. Themen für die Fortgeschrittenen2.1 Spezielle Pfeifenpflege2.1.1 Bruyere-PfeifenGrundsätzlich sollte man seine Pfeifen nach dem Rauchen abkühlen lassen und so gut es geht austrocknen. Bei Filterpfeifen muß man das Mundstück sowieso abnehmen um den Filter zu wechseln, dabei kann man gleich mit einem weichen Pfeifenreiniger die Kanäle in Holm und Mundstück sowie die Filterbohrung auswischen. Bei allen anderen Pfeifen reicht es aus, einen Pfeifenreiniger durch das Mundstück bis in den Kopf zu schieben, was aber bei stärker gebogenen Modellen manchmal schwierig sein kann und Fingerspitzengefühl verlangt. Meist hilft es, die Spitze des Pfeifenreinigers ein wenig abzuknicken und dann mit drehenden Bewegungen die Holmbohrung zu suchen. Wer verspielt ist, kann das aus der Pfeife herausstehende Ende des
Reinigers zweimal rechtwinklig abbiegen und erhält damit eine kleine
Kurbel, mit der man den Reiniger schön in Kanal rotieren lassen kann.
Damit macht dann das Pfeifeputzen doch gleich richtig Spaß! Nach spätestens fünfmaligem Rauchen muß man die Pfeife dann aber doch gründlicher reinigen, sonst wird sie garantiert anfangen, schlecht zu schmecken. Dazu die Pfeife vorsichtig "zerlegen". Das Mundstück sollte stets in kaltem Zustand und nur in Uhrzeigerrichtung heraus- und wieder hineingedreht werden. (Bei der Herstellung der Pfeife wird das Zapfenloch in der Regel mit einem normalen, rechtsläufigen Bohrer gefertigt. Dabei werden Holzfasern genau in diese Richtung gelegt und so geglättet. Dreht man das Mundstück andersherum heraus, so "bürstet" man diese Fasern quasi gegen den Strich und rauht so die Bohrung wieder auf.) Dann die Rauchkanäle, die Zapfen- und die Filterbohrung mit Pfeifenreinigern und etwas Reinigungsflüssigkeit oder Alkohol auswischen. Gut eignen sich dabei die etwas steiferen, borstigen Reiniger oder spezielle Bürstchen. Wattestäbchen, Q-Tips oder zusammengedrehter Zellstoff (Küchenrolle) sind auch ein dienliches Werkzeug. Den Alkohol aber immer schön von der Außenseiten der Pfeife fernhalten, sonst riskiert man Flecken und Verfärbungen! Die Rauchkammer sollte man auf anhaftende Krümel und Tabakreste hin inspizieren, die man vorsichtig mit dem Besteck entfernt. Dabei aber nicht die Kohleschicht selber beschädigen. Ist das Mundstück angelaufen,
bringen Polierpaste und ein weiches Tuch dieses wieder auf Hochglanz.
Ordinäre Scheuermilch fürs Bad oder auch Zahnpasta ergeben übrigens eine
ganz brauchbare Politur. Hartnäckigen Fällen kann man mit feinster Stahlwolle
(Grad 000) aus dem Baumarkt zu Leibe rücken. Dadurch entsteht eine mattierte
Oberfläche, die man mit Politur wieder blank bekommt.
Reicht diese Behandlung nicht aus, kann man mit
einer rotierenden Polierscheibe für die Bohrmaschine und Polierpasten
weiter polieren. Allerdings sollte man dabei vorsichtig zu Werke gehen, da
zum einen bei zu hohen Drehzahlen das Mundstück Brandstellen bekommen kann
und zum anderen die Scheibe schnell die Pfeife erfaßt und wegreißt.
Beim Polieren an der Maschine sollte das Mundstück an der Pfeife verbleiben,
sonst werden schnell die Kanten an der Berührungsfläche
Mundstück-Holm mit wegpoliert und abgerundet und dann ist die Schönheit dahin. Damit
bei dieser Prozedur nicht Beize vom Holm abpoliert wird, kann man diesen mit
ein paar Lagen Klebeband umwickeln und so schützen. Diese simplen Schritte sollten für die alltägliche Pflege vollkommen ausreichen. Mit der Zeit wird sich jedoch die Kohleschicht im Pfeifenkopf immer weiter aufbauen. Irgendwann ist es dann Zeit, diese auf das richtige Maß, 1 bis 2 mm, zurückzuschneiden. Tut man das nicht, kann der Druck, den die Schicht auf die Pfeife ausübt, schlimmstenfalls den Kopf reißen lassen. Mit dem richtigen Werkzeug ist diese Arbeit recht einfach, wenn auch schmutzig. Man sollte jedoch aufpassen, daß man die Bohrung auch richtig kreisrund aufweitet, was mit den ganz einfachen Reamern problematisch sein kann. Keinesfalls darf man bis aufs blanke Holz zurückschneiden, solche ungeschützten Stellen brennen dann schnell durch und brauchen erneutes Einrauchen. Wer es sich nicht zutraut, oder keinen guten Pfeifenschlüssel besitzt, kann die Pfeifen auch bei einem Pfeifenmacher oder in einem guten Geschäft aufarbeiten lassen. 2.1.2 Salz & AlkoholWenn eine Bruyere-Pfeife trotz regelmäßiger Pflege anfängt, schlecht zu schmecken, dann liegt das entweder an vernachlässigter Pflege oder an den angesammelten Kondensaten. Hier kann man oft mit einer ganz einfachen Methode Abhilfe schaffen. Dazu braucht man normales, nicht jodiertes Salz und möglichst
hochprozentigen Alkohol, entweder aus der Apotheke oder aus der
Wodka-Flasche. Achtung, Brennspiritus ist nicht geeignet, da er mit
Bitterstoffen versetzt ist, um ihn ungenießbar zu machen. Außerdem sollte
man ein paar Zellstofftücher und Pfeifenreiniger zur Hand haben. Diese Methode wurde mittlerweile auch mehrfach mit der Verwendung von Essig beschrieben. Da ich jedoch hier keine Erfahrungen aus erster Hand habe, werde ich vorerst nicht weiter darauf eingehen. 2.1.3 Meerschaum-PfeifenDie Pflege einer Meerschaumpfeife ist etwas einfacher als die einer
Bruyere-Pfeife. Nur muß man etwas vorsichtiger umgehen, da Meerschaum in
gewissem Sinne zerbrechlich ist. Durch die aufgenommenen Kondensate nehmen Meerschaumpfeifen im Laufe der Zeit eine braune oder rötliche Färbung an. Dabei bleiben die Stellen, an denen man die Pfeife anfaßt, in der Regel heller, da sich hier die Wachspolitur abgreift. Will man das vermeiden, darf man seine Pfeifen daher nur noch mit Handschuhen oder am Mundstück anfassen. Einfacher ist es, wenn man den Kopf gelegentlich mit einem Meerschaum-Pflegemittel einreibt und damit die Bienenwachsbeschichtung wieder herstellt. Diese Pflegemittel trägt man am Besten auf die gerade gerauchte, noch heiße Pfeife auf, dann ziehen sie gut ein. Man kann ebenso ein wenig Bienenwachs aufschmelzen und die Pfeife damit dünn einpinseln. Noch ein Wort zu den Mundstücken, während alte Meerschaumpfeifen meistens ein Steckermundstück mit Korkdichtung besitzen, werden in die neueren Modelle Kunststoffbuchsen eingeschraubt. Damit man nun nicht jedesmal die Buchse aus dem Holm herausschraubt, muß man auch hier das Mundstück stets in Uhrzeigerrichtung drehend abnehmen und auch wieder anstecken. Geht der Zapfen zu schwer in der Buchse, kann man mit Vaseline oder Labello für die richtige Schmierung sorgen. 2.1.4 Calabash-PfeifenDie Pflege einer Calabash ist aufgrund ihres komplizierteren Aufbaus etwas
aufwendiger. Im Inneren der Kürbisschale setzen sich Kondensate ab, die gelegentlich
entfernt werden müssen. 2.1.5 Missouri-Meerschaum / corncobsEigentlich sind corncobs ja sehr einfache Rauchgeräte mit geringer Lebenserwartung.
Trotzdem gibt es auch hier Tips zu richtiger Pflege und Handhabung. 2.1.6 Ton-PfeifenTonpfeifen sind in der Pflege sehr anspruchslos. Sollte man wirklich mal eines dieser zerbrechlichen Dinger so lange besitzen, daß Pflege notwendig wird, braucht man sie nur in die Glut eines Kaminfeuers zu legen. Damit werden alle Ablagerungen ausgebrannt. Wer keinen Kamin hat, kann auch seinen Holzkohlegrill benutzen, sollte dabei aber darauf achten, daß die Pfeife kein Bratwurstaroma bekommt :) 2.2 Wie lagere ich meinen Tabak?Für den richtigen Abbrand und Geschmack muß Tabak stets einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Er sollte weder zwischen den Fingern zu Staub zerfallen, noch sollte er "naß" sein. Meistens, aber leider nicht immer, ist der richtige Feuchtegrad schon vom Hersteller eingestellt und solange die Verpackung noch versiegelt ist, ist der Tabak darin gut geschützt. Nach dem ersten Öffnen wird er jedoch naturgemäß anfangen auszutrocknen, da besonders die Folienbeutel und die eckigen Dosen kaum wieder richtig verschließbar sind. Runde Blechdosen sind etwas besser, aber auch sie sind nicht 100% dicht. Als Notlösung kann man Tabaksbeutel oder -dosen auch in Plastiktüten verpacken, wobei sich die Gefrierbeutel mit dem verschließbaren Rand (ziplock) als recht brauchbar erwiesen haben. Auch ein Schweißgerät für Folienbeutel kann recht gute Dienste leisten. Wer aber seinen Tabak über längere Zeit frisch halten möchte, entweder
weil er nicht oft oder weil er viele Mischungen gleichzeitig raucht, kommt
um die Anschaffung geeigneter Vorratsgefäße nicht herum. Großvaterns
tönerner Tabaktopf sieht zwar schön und stilecht aus, ist aber auch nicht
richtig dicht. Sollte der Tabak nun schon etwas ausgetrocknet sein, so hat man
verschiedene Möglichkeiten, diesen zu befeuchten. Keinesfalls sollte man
mit einem Schluck Wasser direkt in den Tabak nachhelfen! Besser ist es,
den Tabak mit einem Pflanzensprüher und destilliertem Wasser leicht zu
übersprühen. Da sich die Feuchtigkeit immer erst richtig verteilen muß,
lieber wenig sprühen und nach einigen Stunden kontrollieren und
gegebenenfalls wiederholen. Richtig gelagert, hält sich Tabak ewig und oftmals wird Monate oder Jahre abgelagerter Tabak mit der Zeit besser, ähnlich, wie Wein mit der Zeit reift. Allerdings sollte man dabei von einfachen oder stark aromatisierten Tabaken nicht allzuviel erwarten, während sich naturbelassene und englische Mischungen spürbar verändern können. 2.3 Ist "teuer" gleich "besser"?Das ist eine schwierige Frage. Fest steht, daß man bei sehr billigen Pfeifen, die man meistens in einem Korb mit einem 20 DM-Schild findet, deutlich mehr Schlechte finden wird, auch wenn ab und an eine Gute dabei sein kann. Akzeptable Qualitäten beginnen günstigstenfalls bei 25 €, wobei 50 €
aber doch eher die Regel ist. In diesem Bereich findet man gut
verarbeitete, gut rauchende, solide Pfeifen, die jedoch schon mal
Kittstellen aufweisen. Wer eine kittfreie Pfeife möchte, muß mit deutlich
höheren Preisen rechnen. Bei den Tabaken gilt ähnliches. Die ganz billigen Tabake, die man manchmal an der Supermarktkasse kaufen kann, sind oft von bescheidener Qualität, währenddessen man bei teureren und hochwertigen Blends mit Sicherheit mehr erwarten kann. Jedoch spielt bei den Tabaken natürlich der persönliche Geschmack eine große Rolle, weshalb mancher auch mit einem 4 €-Blend zufrieden ist und die 9 €-Dose keines Blickes würdigt. 2.4 GebrauchtpfeifenEine preiswerte Art Pfeifen zu erwerben, ist der Gebrauchtpfeifenmarkt. Entweder sucht man selber auf Flohmärkten, Haushaltsauflösungen, per Kleinanzeige oder man wendet sich an darauf spezialisierte Händler. In letzter Zeit finden sich auch bei Internet-Auktionen eine ganze Menge gebrauchter (sowie auch neuer) Pfeifen, wobei auch hier das Spektrum von Sondermüll bis Sammlerstück reicht. Was ist denn nun der Vorteil der Gebrauchten? Nun, erstens bekommt man
die Pfeifen deutlich unter Neupreis, womit sich mancher den Traum einer
sonst sündhaft teuren Markenpfeife erfüllen kann. Auch spezielle Modelle
und Unikate sind oft nur noch auf diesem Weg zu bekommen. Außerdem sind
gebrauchte Pfeifen meistens recht robust, da sie oft schon jahre- oder gar
jahrzehntelang geraucht wurden, eine minderwertige Pfeife hätte da schon
lange das Zeitliche gesegnet. Wenn man auf dem Flohmarkt oder bei Auktionen kauft, sollte man schon gewisse Erfahrung mitbringen, um den Wert der angebotenen Stücke beurteilen zu können. Leider sind diese Pfeifen auch selten gut gereinigt, so daß meistens noch eine Menge Arbeit wartet, bis die Pfeife wieder in rauchbarem Zustand ist. Wer einmal eine Pfeife aufarbeiten mußte, die 10 Jahre lang keinen Pfeifenreiniger gesehen hat, weiß was das heißt. 2.5 Sandstrahlen und RustizierenMit diesen beiden Techniken, die leider oft verwechselt werden, geben Pfeifenmacher Modellen mit Fehlern, wie Einschlüssen oder Farbabweichungen, eine rauh strukturierte Oberfläche. Das Sandstrahlen bedarf einer speziellen und teuren Ausrüstung, die nicht jeder Pfeifenmacher besitzt. Dabei wird mit dem Druckluftstrahl mit Quarzsand und Korund das weichere, schwammige Füllholz des Bruyeres regelrecht weggefräst, es bleibt dann nur das harte Strukturholz stehen, was die Pfeifen auch sehr robust macht. Man erkennt echte sandgestrahlte Oberflächen an der deutlich herausgearbeiteten Maserung. Für diese Technik kann man also nur gute Holzqualitäten mit schöner Maserung verwenden. Beim Rustizieren wird mit speziellen Werkzeugen die Oberfläche quasi beschnitzt. Diese Technik wird zum einen verwendet, wenn eine Sandstrahlanlage zu teuer ist. Zum anderen muß man sie bei geringeren Holzqualitäten verwenden, wo das Sandstrahlen keine ansprechende Maserung herausarbeiten kann. In diesem Fall sind rustizierte Pfeifen von geringerem Wert als die Sandgestrahlten. Beide Behandlungen haben jedoch einen Vorteil gemeinsam. Die rauhe Oberfläche ist größer als die einer glatten Pfeife, daher wird die Pfeife etwas besser gekühlt. Der geringere Preis von sandgestrahlten oder rustizierten Pfeifen erklärt sich im Übrigen rein aus der höheren Nachfrage nach perfekten, glatten Oberflächen, während der wahre Arbeitsaufand bedeutend höher liegt. 2.6 Sind gekittete Pfeifen schlecht?Nein, zumindest dann, wenn die Pfeife nicht gerade zu einem Drittel aus Kitt besteht. Der Aberglaube, daß alle gekitteten Pfeifen unbedingt schlecht sein müssen, hat keinen Grund. Auch im hochwertigsten Bruyere-Block finden sich immer wieder winzige Hohlräume und Einschlüsse von Sand oder Steinen. Auch Insekten hinterlassen manchmal Bohrgänge im Holz. Allerdings nimmt sich ein sorgfältiger Pfeifenmacher die Zeit, diese Fehlstellen bestmöglich wegzuschleifen, was sich aber durch den höheren Aufwand im Preis niederschlägt. Manche lassen sie auch einfach als einen Tribut an das natürlich gewachsene Material stehen, oder sie geben der Pfeife eine sandgestrahlte oder rustizierte, rauhe Oberfläche. Andere Pfeifenmacher greifen halt lieber zum Kitt und wenn sie diese Kunst beherrschen, wird man die Kittstellen zumindest am Anfang kaum sehen. Leider verändern sich aber die Farben von Pfeife und Kitt mit dem Gebrauch, so daß früher oder später der Kitt mehr oder weniger zu sehen ist. Kitt ist somit vorrangig ein rein optischer Makel. Vorsicht sollte man aber bei den billigen 20 DM Pfeifen walten lassen. Hier findet man manchmal sehr viele und teilweise große, gekittete Stellen, die man oft an ihrer unterschiedlichen Einfärbung erkennt. Hier ist das Risiko sehr groß, daß auch im Inneren des Kopfes, in der Nähe der Kopfbohrung, solche Hohlräume zu finden sind. Das Ergebnis kann dann schlimmstenfalls eine durchgebrannte Pfeife sein. Aber eine Markenpfeife mit ein paar kleinen Kittstellen kann man unbesorgt kaufen, wenn einen die kleine optische Fehlstelle nicht stört. 2.7 DurchbrennerDer Alptraum eines jeden Pfeifenrauchers schlechthin!
Glücklicherweise tritt der gefürchtete Durchbrenner relativ selten auf, auch wenn schon der eine oder andere alte Hase diese schmerzvolle Erfahrung machen mußte. Für das Auftreten dieses Schadens sind in der Regel mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen muß die Verbrennungstemperatur hoch genug sein, um das eigentlich recht feuerfeste Bruyere zu entzünden. Daher kann man ja auch die Grundregeln, langsam und nie zu heiß zu rauchen, nicht oft genug wiederholen. Außerdem fehlt dem Holz oft die schützende Kohleschicht, die ja vorrangig als Hitzeschild dient. Aus diesem Grund sind auch meistens neue Pfeifen während der Einrauchphase vom Durchbrennen gefährdet. Leider helfen hier auch viele der angepriesenen schwarzen Einrauchpasten wenig, auch wenn es unter ihnen mittlerweile gute und hilfreiche Rezepturen gibt. Aber auch eingerauchte Pfeifen sind nicht vor Durchbrennern sicher! Dritter Faktor ist oft eine Fehlstelle im Holz selbst, das heißt, es
befindet sich zum Beispiel ein Hohlraum dicht unter der Oberfläche der
Rauchkammer oder die Wandstärke der Pfeife ist einfach zu gering. In
diesem Fall erhitzt sich das Holz übermäßig, da die Wärme nicht abgeleitet
werden kann. Aus diesem Grund sollte man ja auch bei Pfeifen mit vielen,
großen Kittstellen vorsichtig sein, wo schon Außen viele Fehler sind, sind
Innen sicher auch welche! Einen beginnenden Durchbrenner kann man zuerst an einer sehr heißen Stelle
erkennen. Dann beginnt sich die Oberfläche der Pfeife dunkel zu verfärben, zudem
wird es mehr oder weniger deutlich nach verbranntem Holz riechen. Im Endstadium
wird dann ein richtiges Loch in der Pfeife sichtbar. Von innen sieht eine beginnende
Durchbrand-Stelle rissig und holzkohleartig aus. In einem frühen Stadium kann man
die Pfeife zum Beispiel durch nachträgliches Aufbringen einer Einrauchpaste retten.
Manche Läden oder Pfeifenmacher bieten diesen Service an. 2.8 Mit oder ohne Filter?Da die meisten Pfeifen in Deutschland mit Filterbohrung angeboten werden, kann man ganz einfach mal mit und mal ohne Filter rauchen, um selber den Unterschied zu spüren. Ein Argument, das man oft in Verbindung mit der Filterfrage hören kann, ist, daß die mit Aktivkohle oder Meerschaum gefüllten Filter den Nikotin- und Teergehalt im Rauch vermindern. Da sich aber der Kontakt mit dem Rauch im wesentlichen auf die Mundschleimhaut beschränkt und ein relativ geringes Gesundheitsrisiko darstellt, kann das noch nicht der entscheidende Vorteil sein. Zweitens reduzieren Filter den Feuchtigkeitsgehalt des Rauchs. Das ist auch richtig und eigentlich auch das einzig Gute an Filtern. Aber, wer gelernt hat langsam zu rauchen und eine gute, richtig
eingerauchte Pfeife hat, wird auch ohne Filter kühlen und trockenen Rauch
erhalten. Noch einen Nachteil haben die Filter, wenn man vergißt, sie nach jedem Rauchen zu wechseln, geben sie die aufgesaugte Feuchtigkeit wieder ans Holz ab und können so die beste Pfeife ruinieren. Wer aber trotzdem mit Filter rauchen will, sollte stets Markenfabrikate
benutzen, die noname-Filter, die es mancherorten gibt, haben meistens
einen deutlich zu hohen Zugwiderstand. Dann nämlich kommt man schnell in
einen Teufelskreis, der hohe Zugwiderstand erfordert stärkeres Ziehen, was
die Glut übermäßig anheizt. Dadurch werden noch mehr Kondensate frei, die
den Filter zusätzlich verstopfen. Daß dann der Zugwiderstand noch höher
wird und man wiederum stärker zieht, leuchtet wohl jedem ein. Wenn man
hier nicht aufpaßt, ist man auf bestem Weg zum Durchbrenner. Pfeifen, die für Filter ausgelegt sind, kann man in der Regel ohne Schwierigkeiten filterlos rauchen. Läßt man die Filterkammer leer, kommt es aber manchmal durch die stärkere Verwirbelung des Rauchs zu vermehrter Kondensation. In diesem Fall ist man entweder mit einem Papierfilter mit durchgehendem Loch oder mit einem einsetzbaren Adapter gut beraten. Die Adapter erfordern aber einen zusätzlichen Reinigungsaufwand. 2.9 SystempfeifenUnter Systempfeifen fallen hier alle Pfeifenkonstruktionen, die durch ihre besondere Gestaltung einen besonders trockenen und kühlen Rauch erzielen sollen. Jeder Hersteller dieser Pfeifen hat dabei sein ganz eigenes,
patentiertes System. Meistens wird der Rauch in irgendeiner Art abgekühlt
und die dabei kondensierende Feuchtigkeit tropft in ein dafür vorgesehenes
Reservoir. 2.10 EinrauchpasteNoch ein Thema, das die Experten erhitzt ... Allerdings gibt es heute gute Einrauchpasten, die tatsächlich den Aufbau einer gleichmäßigen Kohleschicht fördern und so das Einrauchen sicherer und leichter machen. Wenn es also eine Pfeife von einem namhaften Hersteller ist, spricht eigentlich nichts dagegen, eine "angeschwärzte" Pfeife zu kaufen. Bei sehr billigen Pfeifen kann man sich da aber nicht so sicher sein, aber von diesen sollte man ja sowieso die Finger lassen. Die Bestandteile der Pasten variieren von Hersteller zu Hersteller, gängig sind zum Beispiel Holzkohle- , Ton-, Schamotte- oder Graphitpulver, angerührt in Wasserglas, Eiweiß oder ähnlich geheimnisvollen Flüssigkeiten. Eine der ausgeklügeltsten Mischungen besteht aus zwei Schichten, wobei die erste für die Haftung am Holz sorgt und relativ hart ist. Die zweite Schicht wird bei Erwärmung zunehmend weicher und klebriger und sorgt so für das Anhaften von Aschepartikeln und den Aufbau der Kohleschicht. Trotzdem lassen sich unbehandelte Pfeifen genauso gut einrauchen, man muß halt nur ein wenig mehr aufpassen, kann aber dafür das Entstehen der Kohleschicht besser verfolgen. Die Pfeife vor dem ersten Rauchen mit Honig oder Wasser einzupinseln, sollte man besser unterlassen. Zwar kann man damit das Ansammeln der Asche fördern, oft bekommt die Schicht aber nicht die richtige Haftung zum Holz und löst sich spätestens nach dem ersten Zurückschneiden wieder ab und man kann mit dem Einrauchen von vorn beginnen. Wer den Einrauchpasten nicht über den Weg traut oder deren Geschmack
nicht mag, kann die Beschichtung meist mit etwas Geduld und Alkohol entfernen.
Löst sich die Paste damit nicht, kann man auch mit feinem Sandpapier ausschleifen.
Die Kopfbohrung sollte danach so glatt wie möglich geschliffen sein. Eine
rauhe Oberfläche ist anfälliger für Durchbrenner. 2.11 Streichholz oder Feuerzeug?Streichhölzer sind zum Anzünden einer Pfeife doch irgendwie stilechter
als neumodische Feuerzeuge. Solange man aber bei der Verwendung eines
Feuerzeug aufpaßt, daß man mit der sehr heißen und gerichteteten Flamme
den Kopfrand der Pfeife nicht zu sehr ankohlt, spricht eigentlich nichts
dagegen. Und wenn es dann noch ein richtiges Pfeifenfeuerzeug mit
abgewinkelter Flamme ist, verbrennt man sich auch nicht so schnell die
Finger. Man sollte allerdings Gasfeuerzeuge ihren benzinbetriebenen
Brüdern vorziehen, da diese oftmals einen wahrnehmbaren Chemiegeschmack
hinterlassen. Bei Streichhölzern sollte man beachten, daß man immer einen Augenblick warten sollte, bis der Kopf restlos verbrannt ist, damit man nicht den schrecklichen Geschmack verbrannten Schwefels in seinen Tabak bekommt. Ebenfalls aus Geschmacksgründen sollten es auch immer Streich"hölzer" sein, also niemals diese Papierdinger. Und wer es ganz vornehm und stilvoll mag, kann natürlich auch einen Fidibus benutzen, also einen unbehandelten Holzspan, den man an seinem Kaminfeuer (nicht an der Kerze!) entzündet. 2.12 Straight Grains und Birds EyesDiese Begriffe bezeichnen besondere und selten vorkommende Maserungstypen des Bruyeres. Straight Grain ist es, wenn die Maserung aus geraden, parallelen und engen Linien besteht. Am schönsten wirkt dieser Typ, wenn die Kopfform der Maserung folgt. Birds Eyes erhält man, wenn die Pfeifenform quer zur Maserungsrichtung angelegt wird, dabei entstehen an den Seiten charakteristische kleine Ringe, die an Vogelaugen erinnern. Bei einer Straight Grain findet man diese auf dem Boden und dem oberen Pfeifenrand. Beide Maserungen ergeben eine sehr schöne, natürliche und perfekte Optik,
die allerdings ihren Preis hat. Zum einen werden nur ausgesprochen wenige
Pfeifen zu solchen Schönheiten, da schon kleine Fehler den Verlauf der
Maserungen stören. Wer sich wegen dieser hohen Preise keine Straight Grain leisten kann, muß nicht gleicht traurig sein. Eine gute Optik ist noch lange keine Garantie für ebenso exzellente Raucheigenschaften. 2.13 Kann ich Pfeifen selber machen?Solange man nicht zwei linke Hände zu je fünf Daumen besitzt, kann man es zumindestens versuchen. Über spezielle Händler kann man alle notwendigen Materialien und Werkzeuge beziehen. Was man dort leider nicht kaufen kann, ist die jahre- oder jahrzehntelange Erfahrung eines Pfeifenmachers. Wer es probieren möchte, sollte anfangs vorgebohrte Blöcke aus
Standard- oder dem schöner gemaserten aber teuren Plateaux-Bruyere
mit bereits angepaßtem Mundstück kaufen. Damit erspart man sich
das Bohren von Rauchkanal und Brennkammer, was nämlich viel Geduld und
Erfahrung, sowie die richtigen Werkzeuge voraussetzt. 2.14 Lose oder festsitzende MundstückeEin zu loses Mundstück wieder fest zu bekommen, ist eine knifflige
Angelegenheit, die besser einem Pfeifenmacher überlassen bleibt. Oft sind bei alten, lange Zeit ungerauchten Pfeifen die Mundstücke nur auf Grund der "Trockenperiode" lose. Raucht man die ein paar mal, werden die Zapfen meist von allein wieder fester. Einem schwergängigen Mundstück kann man mit unparfümierter Seife, etwas
Graphit von einer weichen Bleistiftmine oder einem speziell dafür
angebotenen Stift (zum Beispiel von Vauen) wieder die richtige Schmierung
geben. Für die Kunststoffbuchsen der heutigen Meerschaumpfeifen
funktioniert auch ein Klecks Vaseline. Hat man einmal einen richtig festsitzenden Zapfen, so sollte man
natürlich nicht mit Gewalt daran ziehen und drehen, sonst bricht man ihn
mit Sicherheit ab. 2.15 Lippen- und NormalbißSind keine kieferorthopädischen Befunde, sondern die beiden gängigen
Formen für Mundstückenden. Der Normalbiß ist die althergebrachte und
verbreitete Form, bei der das Ende flach ausgeformt ist und der Rauch aus
dem fächerförmig erweiterten Rauchkanal direkt und über die Zunge
strömend, austritt. Um diesen direkten Zungenkontakt und damit eventuelles
Brennen zu vermeiden, wurde der Lippenbiß erfunden, bei dem der Rauch auf
der Oberseite des Mundstücks durch ein kleines Loch in Richtung Gaumen
austritt. Die Zungenspitze liegt dabei in einer kleinen Auskehlung des
Mundstücks. Ob der Lippenbiß Vorteile bringt, muß jeder selbst erfahren,
mancher empfindet zum Beispiel der Rauch am Gaumen unangenehmer als auf
der Zunge. 2.16 Handcut-MundstückeWährend der überwiegende Anteil der Mundstücke aus vorgefertigten
Preßrohlingen angepaßt wird, fertigen manche Pfeifenmacher die Mundstücke
in Handarbeit "aus dem Vollen". 2.17 BeizverfahrenFür das Beizen der Pfeifenköpfe gibt es zwei gängige Verfahren. Entweder wird mit zwei verschiedenen Farben gearbeitet oder mit nur einer einzigen. Um mit nur einer Farbe einen Kontrast zu erreichen wird der geschliffene Pfeifenkopf im ersten Gang gebeizt und dann getrocknet. Die Beize dringt dabei in das weichere und saugfähige Füllholz tiefer ein als in das harte Strukturholz. Dann wird in einem feinen Schleifgang soviel Material abgetragen, bis das Strukturholz wieder den natürlichen Farbton hat. Beim zweiten Beizen mit der gleichen Farbe wird noch etwas mehr Farbstoff vom Füllholz aufgenommen und somit entsteht der Kontrast. Einfacher zu verstehen ist natürlich das Arbeiten mit zwei
verschiedenfarbigen Beizen. Auch dabei wird zuerst die Kontrastfarbe
aufgetragen, getrocknet und dann bis auf das Strukturholz abgeschliffen.
Dann wird die zweite, meist hellere Farbe aufgetragen. Wichtig ist hierbei
nur, daß Kontrast- und Finishfarbe verschiedene Lösungsmittel benutzen.
Sonst wird beim zweiten Auftrag die erste Farbe mit angelöst und der
Kontrast verschwimmt. 2.18 Lack und WachsDer krönende Abschluß aller Pfeifenmacherarbeit ist das Polieren der Pfeifenköpfe. Massenware wird oft lackiert, doch dabei gibt es große Unterschiede. Billigprodukte verwenden irgendeinen Lack, der zwar schön glänzt, das Holz aber versiegelt und jede Atmung unterbindet. Eine schlimme Erscheinung sind dahingehend auch Pfeifen, die mit quietschbunten Folien überzogen sind. Derartig versiegelte Pfeifen sind nicht zufriedenstellend rauchbar! Es gibt aber auch Lacke, glänzend oder matt, die atmungsaktiv sind und
die Pfeifen leben lassen. Diese werden von den meisten großen Herstellern
von Serienpfeifen eingesetzt und haben sich als brauch- und rauchbar
erwiesen. 2.19 oil curingBeim oil curing (Ölbehandlung) werden Pfeifenköpfe eine längere Zeit in Pflanzenöl, wie Oliven- oder Leinöl, gekocht. Dadurch sollen sich Harze und andere unerwünschte Stoffe aus dem Holz lösen. Außerdem soll das Holz durch das Öl widerstandsfähiger werden. Nach diesem Prozeß muß das Öl natürlich wieder entfernt werden, was durch Kochen in Wasser oder Ausheizen auf Metalldornen geschieht. Daß die Pfeifenköpfe danach erst wieder vorsichtig mehrere Wochen getrocknet werden müssen, versteht sich von selbst. Die so behandelten Pfeifen schmecken nach dieser Behandlung noch eine Weile nach dem verwendeten Öl. Verwendung findet diese Methode allerdings nur bei wenigen, vornehmlich englischen Pfeifenmachern. Eine andere Methode verwendet statt Öl reinen Alkohol. In allen anderen Schritten sind die Verfahren gleich. Durch einfachen Gewichtsvergleich vor und nach der Behandlung ist hier nachweisbar, daß tatsächlich Stoffe aus dem Holz gelöst werden. Auch das Lösungsmittel nimmt eine deutliche dunkle Farbe an. Ob sich durch diese Behandlungen nun aber wirklich Vorteile in Rauchverhalten und Haltbarkeit ergeben, wird von den meisten Rauchern unterschiedlich beantwortet. 2.20 Pfeiferauchen und GesundheitRauchen ist sicherlich nicht die gesündeste Art zu leben, aber Pfeiferauchen ist sicher die am wenigsten gefährliche Variante. Da man den Rauch nicht inhaliert, sind die typischen Probleme des Zigarettenrauchers, chronische Bronchitis, Lungen- und Kehlkopfkrebs, mit Sicherheit nicht sehr häufig zu erwarten, es sei denn, man sitzt den ganzen Tag in einem geschlossenen Raum mit dicken Tabakwolken. Ein leichter Anstieg bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist aber dennoch zu beobachten. Bestandteile des Rauchs werden auch mit dem Speichel verschluckt. Diese können zu Tumoren im Verdauungssystem oder der Blase führen. Erkrankungen der Mundschleimhaut selbst sind auch möglich, glücklicherweise sind Dinge wie Zungenkrebs aber eher selten. (Tumore im Mund und Speiseröhre entsehen übrigens bevorzugt aus der unheilvollen Kombination aus starkem Rauchen und dem regelmäßigen Genuß von hochprozentigem Alkohol.) Man sollte seinen Zahnarzt bitten, beim regelmäßigen Besuch die Mundschleimhaut einer gründlicheren Inspektion zu unterziehen. Wie alles im Leben ist auch Pfeiferauchen nicht ohne Risiko, wer aber in Maßen dem Pfeifchen frönt, braucht sich wenig Sorgen machen. (Eine sehr interessante Studie aus den USA will sogar herausgefunden haben, daß Pfeifenraucher länger leben, als ihre nicht-pfeiferauchenden Mitmenschen. Vielleicht liegt es daran, daß Pfeifenraucher sich bei ihrem Genuß so wunderbar entspannen können, und damit der Haupttodesursache unserer Zeit, dem Streß, entgehen. Vielleicht ist aber auch einfach nur die Statistik falsch .... wollen wir aber doch nicht hoffen :) Pfeifenraucher werden auch recht selten wirklich so physisch abhängig, wie beispielsweise Zigarettenraucher. Das liegt daran, daß über die recht kleine Fläche der Mundschleimhaut nur wenig Nikotin aufgenommen wird, währenddessen die große Fläche der Lunge ja gerade zur Resorption konzipiert ist. Allerdings kann man gelegentlich psychische Abhängigkeit beobachten, das heißt, Raucher, die von der Angewohnheit des Rauchens abhängig sind. 3. Begriffe3.1 Materialien3.1.1 BruyereDieses Holz wird aus der im Mittelmeerraum beheimateten Baumheide Erica Arborea gewonnen, einem bevorzugt auf kargen, steinigen Böden wachsendem Strauch. Typische Herkunftsregionen sind Korsika, Sardinien, Algerien sowie weitere Gebiete in Griechenland und Italien. Für die Pfeifenherstellung wird aber nur eine knollige Verdickung verwendet, die sich zwischen Stamm und Wurzeln befindet, der Stamm selbst ist dafür unbrauchbar. Ausreichend große Knollen brauchen mindestens 30 Jahre, um so länger, um so besser. Hundert oder mehr Jahre alte Stücke in der Größe eines Medizinballs sind auf Grund von übermäßigem Einschlag leider heutzutage seltener geworden. Versuche, diesen Strauch in Plantagen zu züchten, sind bisher auch erfolglos geblieben. Eine besondere Stellung nimmt noch die sogenannte "dead root" ein. Das ist die Knolle eines abgestorbenen Strauchs, die lange Zeit unentdeckt in der Erde gelegen hat. Nach Meinung mancher Pfeifenmacher ist dies die beste, aber auch seltenste Qualität. Ob es sich hier um eine Tatsache oder eine reine Legende handelt, bleibt offen. Die geernteten Knollen werden so lange gelagert bis die Knolle abgestorben ist, bevor sie von speziell ausgebildeten Arbeitern, den Coupeuren, zersägt werden. Dabei besteht die hohe Kunst darin, Kanteln mit möglichst parallel verlaufender Maserung zu erhalten, was nicht einfach ist, da die Maserung ja radial aus dem Zentrum heraus verläuft. Die hochwertigsten Stücke erhält man dabei aus den äußeren Regionen der Knollen, dem sogenannten Plateaux-Holz. Das Kernholz kann zwar auch zu Pfeifen verarbeitet werden, jedoch zeigt es keine brauchbare Maserung und ist auch in anderen Eigenschaften unterlegen. (Auch wenn Alfred Dunhill seinerzeit dieses Holz als das Beste erachtet hat) Diese Holzteile werden bevorzugt zu Massenware verarbeitet. Nach dem Sägen werden die Blöcke längere Zeit gewässert und mehrere Stunden in Kupferkesseln gekocht, um Harze und Säuren aus dem Holz zu entfernen. Wird hier nachlässig gearbeitet, schmeckt und riecht die fertige Pfeife oft dumpf oder modrig nach Erde. Danach wird das Holz langsam und zugfrei getrocknet und für mehrere Monate bis Jahre abgelagert, ehe es zu Pfeifen verarbeitet wird. Was Bruyere-Holz für Pfeifen interessant macht, ist zuerst einmal seine
hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Feuer, was in dem hohen
Gehalt an Kieselsäure begründet ist. Darüber hinaus ist es porös genug, um
die beim Rauchen entstehenden Kondensate aufnehmen zu können. Dabei ist es
wichtig, daß ein richtiges Verhältnis von Füll- zu Strukturholz besteht.
Das harte Strukturholz ergibt die Festigkeit und bestimmt die Maserung.
Das saugfähige, weiche Füllholz ist schwammig und leicht, daher kann man
Pfeifen in der Tat nach Gewicht (oder besser nach Dichte) kaufen. Wenn
zwei sonst gleiche Pfeifen unterschiedliche Massen besitzen, so ist oft
die leichtere die bessere Wahl. Eine Erfolgsgarantie ist das Gewicht aber
auch nicht, es kann ja schließlich auch ein Hohlraum sein :) 3.1.2 MeerschaumDieses weiße, leichte und poröse Material wird in der Türkei
in der Region um Eskisehir in Tiefen bis 300 m abgebaut.
Es besteht aus fossilen Ablagerungen winziger
Organismen, die sich vor Millionen Jahren auf dem Meeresboden abgelagert
haben. Durch die besondere Struktur mit ihren unzähligen winzigen Poren
ist Meerschaum sehr aufnahmefähig und macht Filter überflüssig. Zur
Verarbeitung wird das Material durch Wässern weich und bearbeitbar
gemacht. Das Formen geschieht meist durch Schnitzen, seltener durch
Drehen. Die fertigen Pfeifen werden zum Abschluß in flüssiges Bienenwachs getaucht.
Früher waren dazu unter anderem auch Talg und Walrat üblich. Dieses Wachsbad ist für
die typische Verfärbung der Pfeife beim Rauchen zuständig. Beim Kauf einer Meerschaumpfeife sollte man unbedingt darauf achten,
daß es sich um sogenannten Blockmeerschaum handelt. Diese teurere Qualität
stellt sicher, daß die Pfeife aus einem zusammenhängenden Stück
hergestellt wurde. Pfeifen aus gepreßten Meerschaumresten sind weniger
aufnahmefähig und geben oftmals den Geschmack des Bindemittels an den
Rauch ab. 3.1.3 CalabashCalabash-Pfeifen bestehen aus zwei Teilen, einer Kürbisschale und einem
Meerschaumeinsatz. Der spezielle afrikanische Kürbis wird eigens zu diesem
Zweck während seines Wachstums mit Stäben in seine spätere Form gebracht. 3.1.4 Missouri Meerschaum oder CorncobsDiese aus Amerika stammenden Pfeifen haben mit dem echten Meerschaum
außer dem Namen nichts gemein. Gefertigt werden sie aus den holzigen
Teilen von speziell gezüchteten Maiskolben. Diese werden einfach abgedreht
und die rauhe Oberfläche wird in einem patentierten Verfahren mit Gips
geglättet. Mit einem einfachen Kunststoff-Mundstück versehen, sind dies
die preiswertesten und einfachsten Pfeifen schlechthin. Nicht unbedingt
für den Genießer, aber gut zum Ausprobieren neuer Tabake oder zum Rauchen
bei der Arbeit. Und wenn man mal eine verliert oder zerbricht, was macht's
schon, so billig wie sie sind! 3.1.5 TonpfeifenDieses sind wahrscheinlich die ältesten Tabakspfeifen, vor der
Erfindung der Meerschaum- und Bruyerepfeifen waren sie in Europa weit
verbreitet. Heute
sind sie etwas in Vergessenheit geraten, trotzdem kann man nur raten,
diese interessante Form einmal zu probieren. Bei der Handhabung sollte man
allerdings Vorsicht walten lassen, erstens sind sie sehr zerbrechlich,
zweitens ist der Kopf während des Rauchens schrecklich heiß, also besser
am langen Holm anfassen, sonst ... naja, diesen Fehler macht man in der
Regel nur einmal :) 3.1.6 PorzellanWer kennt sie nicht aus alten Filmen oder von Gemälden, die gute alte Gesteckpfeife. Der oftmals mit Militär-, Jagd- oder Studentenszenen bemalte Kopf besteht hier aus Porzellan, daher gelten die gleichen Sicherheitshinweise wie für die Tonpfeifen. Wer Großvaterns alte Pfeife wieder in Betrieb nehmen will, sollte sie vorher gründlichst reinigen und desinfizieren, da sich im Laufe der Zeit oft Schimmelpilze angesiedelt haben, die man nicht mitrauchen sollte. Im günstigsten Fall haben sie vielleicht eine bewußtseinserweiternde Wirkung :) Wer heute eine Porzellanpfeife neu erwirbt, sollte bedenken, daß diese mehr als Souvenier gedacht sind. Oft sind sie dann im Tauchverfahren klarlackiert und schmecken dann beim Rauchen wie ein Unfall in der Chemiefabrik. 3.1.7 sonstige ...Außer Bruyere werden oder wurden verschiedene andere Hölzer für Pfeifen verwendet. Buchenholz wurde oft in der DDR verarbeitet, da Bruyere rar war. Olivenholz findet man auch gelegentlich, leider ist es nicht sehr haltbar. Pfeifen aus Kirschholz gibt es auch kaum noch, als "cherrywood" ist zumindest aber die Form den Bruyerepfeifen erhalten geblieben. Es gibt noch eine ganze Anzahl von weiteren Materialien, die für
Pfeifen verwendet wurden, allerdings haben sie sich nie durchsetzen
können. 3.2 Materialien für Mundstücke3.2.1 EbonitWird auch als Hartgummi, Parakautschuk oder Vulcanit bezeichnet und ist das verbreitetste Mundstückmaterial. Sein besonderer Vorteil ist der recht weiche, zahnfreundliche Biß. Andererseits oxidieren manche Sorten mit der Zeit und verfärben sich gelblich-weiß bis grün. Das kann man verhindern, indem man die Pfeifen möglichst wenig der vollen Sonneneinstrahlung aussetzt und in dem man ab und zu mit einer Polierpaste nachhilft. Bei manchen billigen Sorten tritt zudem oft ein deutlicher Gummi-Geschmack auf. Polieren hilft hier auch ein wenig, meist aber nicht vollständig. 3.2.2 CumberlandCumberland ist eine meist rötlich marmorierte Hartgummisorte, die für hochwertige Pfeifenmundstücke Verwendung findet. Der gleiche Begriff wird aber auch oft für marmorierte Acrylmundstücke verwendet. 3.2.3 AcrylDieses Material, das sich in den letzten Jahren immer mehr durchsetzt, ist ein reiner Kunststoff, der zwar im Biß härter ist als Ebonit, dafür aber immer schön glänzend bleibt und nicht oxidiert. Die meisten Acrylmundstücke sind klassisch schwarz, können aber in beliebigen Farbtönen oder auch glasklar hergestellt werden. Mancher Pfeifenmacher verwendet gern diese marmorierten Mundstücke, um besondere Akzente zu setzen. 3.2.4 BernsteinBernstein wurde früher gern für Mundstücke verwendet, insbesondere alte
Meerschaumpfeifen sind oft damit ausgestattet. Dabei gibt es entweder
massive Bernsteinmundstücke oder solche aus gepreßten Bernsteinresten. 3.2.5 Horn und KnochenAuch diese Materialien wurden früher gern benutzt, beißen sich aber recht schnell durch und werden heute lediglich für Zierelemente, aber nicht für Mundstücke benutzt. 3.3 Tabake3.3.1 Die verschiedenen TypenPfeifentabake gibt es in den verschiedensten Geschmacks- und Geruchsrichtungen, das macht ja gerade den Reiz des Pfeiferauchens aus. Trotz dieser unüberschaubaren Vielfalt kann man 2 bis 3 verschiedene Stilrichtungen unterscheiden. Aromatisierte Tabake: Obwohl längst nicht nur in Dänemark hergestellt, hat sich für aromatisierte Tabake oft die Bezeichnung "Dänisch" etabliert. Naturbelassene Tabake: Englische Tabake: (Ebenso wie bei den "Dänischen" muß ein "Englischer" aber nicht zwangsläufig aus England kommen) 3.3.2 Die GrundtabakeJe nach Typ, Anbaugebiet und Verarbeitung entwickeln die Tabakpflanzen unterschiedliche Aromastoffe, ein Umstand, den sich der erfahrene Tabakmeister zunutze macht, indem er diese zu einem ausgewogenen Blend kombiniert. Virginia: Burley: Kentucky: Orienttabake: Latakia: Türkische Tabake: Perique: Cavendish: 3.3.3 SchnittartenDie verschiedenen Schnittarten der Pfeifentabake dienen nicht nur der Optik, sondern beeinflussen wesentlich das Abbrandverhalten. In der Regel gilt, um so feiner der Schnitt, um so schneller und heißer brennt der Tabak. ribbon cut oder Bandschnitt wild cut cube cut flake cut plug cut curly cut, spun cut twist, rope 3.4 Zubehör3.4.1 PfeifenbesteckDas wichtigste Werkzeug für den Pfeifenraucher dient zum Nachstopfen
und Ausräumen der Pfeife. Die einfachsten Ausführungen bestehen aus einem
zusammengenieteten Stopfer, einem Dorn und einem Löffel oder Messerchen.
Sie gibt es schon für ein, zwei Mark in jedem Tabakwarenladen. Nach ihrem
Haupt-Herstellerland werden sie von vielen auch einfach "Tschechen"
genannt. 3.4.2 PfeifenreinigerPfeifenreiniger, die es in verschiedenen Sorten gibt, sollte man immer
ausreichend im Haus haben. Die eine Sorte ist eher weich und kann viel
Feuchtigkeit aufnehmen, die andere Sorte ist eher borstig, damit kann man
besser saubermachen. Hat man beide, ist man für alle Fälle
gewappnet. 3.4.3 PflegeprodukteDarunter fallen alle denkbaren Sorten von Polituren, Wachsen, Reinigern
und so weiter. 3.4.4 Pfeifenschlüssel / ReamerReamer oder Pfeifenschlüssel dienen dazu, die Kohleschicht im
Pfeifenkopf auf das richtige Maß zurückzuschneiden. Dabei gibt es sehr
einfache Modelle mit festen oder federgelagerten Schneiden. Besser und
empfehlenswerter, aber auch wesentlich teurer, sind Reamer mit
verstellbaren Klingen oder Sätze verschiedengroßer Messerköpfe. Diese
kosten ab 30-40 DM aufwärts. 3.4.5 Pfeifenständer und -schränkeDa die meisten Pfeifen umfallen, wenn man sie hinlegt, ist ein Ständer
ausgesprochen praktisch. Ob es nun ein handgearbeitetes, zur Pfeife
passendes, Modell sein soll, oder vielleicht ein einfacher Klappständer
aus Kunststoff, entscheiden Geschmack und Geldbeutel. 3.4.6 PfeifentaschenWer seine Pfeifen gerne überall mit hin nimmt, kommt um die Anschaffung
einer Pfeifentasche nicht herum. Leder sieht gut aus und ist haltbarer,
ist aber auch ziemlich teuer, schonender für den Geldbeutel sind Taschen
aus Kunstleder. |